Freitag, 12. Februar 2016

Tag 1: The Film That Wasn't There

Doch, anlässlich ihres die diesjährige Berlinale eröffnenden Films Hail, Caesar! hätten sich die notorisch reservierten Gebrüder Coen (The Man Who Wasn't There, 2001) zumindest teilweise in Berlin blicken lassen. Ihr neustes Werk sei am Donnerstagabend im restlos besetzten Berlinale Palast [ein 2016 erstes und letztes Mal: sic!] gezeigt worden. Das fast ausnahmslos prominente Premierenpublikum – ein nicht nur angesichts des reichhaltigen Angebots alkoholischer Freigetränke traditionell ungeeigneter Gradmesser – habe einzelnen Szenen applaudiert.

So ist es wenigstens überliefert. Wer als Pressevertreter erst am zweiten offiziellen Festivaltag anreist, kann sich kaum darüber beklagen, diese anfänglichen Entwicklungen des 66. Jahrgangs nicht persönlich verifiziert haben zu können. Dass der Eröffnungsfilm allerdings an Festivaltag 2 um 11 Uhr vormittags ein allerletztes Mal vorgeführt wird, muss doch ein wenig unglücklich genannt werden. Das mag aber auch der allgemeinen Verfügbarkeit von Hail, Caesar! für die bundesweiten Kinogänger_innen bereits in einer Woche geschuldet sein.

Die Satire der Coen Brothers bildet insofern den festivalsubjektiven Auftakt jenes Massenschicksals, dem auch in diesem Jahr wieder die meisten der über 400 in den kommenden Tagen vorgestellten Filme anheimfallen werden: nicht gesehen zu werden. Immerhin bleibt Hail, Caesar! der noch unschönere Status als enigmatischer Privat-Quälgeist erspart. Er wird nicht zu jenem illustren Grüppchen schier verhexter Titel gehören, die in den konjunktivischen Phasen der individuellen Programmplanung wieder und wieder auftauchen, bei Doppelbelegungen kostbarer time slots stets den Kürzeren ziehen – um schließlich in den flüchtigen Nebel eines alternativen Festivalverlaufs zu entschwinden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen